Mineral und Thermalquelle


Eine Thermalquelle ist eine hydrothermale Quelle, bei der Wasser austritt, das signifikant wärmer ist als das umgebende Grundwasser. Gemäß den Begriffsbestimmungen werden in Deutschland Grundwässer als Thermalwasserbezeichnet, wenn ihre Temperatur am Austrittsort mehr als 20 °C beträgt. Generell treten Thermalquellen in Bereichen mit erhöhter vulkanischer Aktivität (z. B. Japan, Taiwan, Island) und bzw. oder in der Nähe von tiefreichenden Störungssystemen (z. B. Aachen, Baden-Baden) auf. Das Wasser wird unterirdisch erhitzt, entweder durch vulkanische Aktivitäten oder indem das Wasser bis in tiefere Bereiche der Erde zirkuliert und sich dort entsprechend der geothermischen Tiefenstufe erwärmt. Dabei erreichen die heißesten Quellen Europas in Bad Blumau(Tiefbohrung) 107 °C, Bad Radkersburg (Tiefbohrung) 80 °C, Chaudes-Aigues(Frankreich, natürliche Quelle) 81,5 °C, Aachen (natürliche Quelle) 74 °C, inKarlsbad (natürliche Quelle) 72 °C und in Wiesbaden (natürliche Quelle) 66 °C. In vulkanogenen Gebieten ist die Wassertemperatur teilweise nahe dem Siedepunkt. Wobei generell zu beachten ist, dass der Siedepunkt von Wasser abhängig von derMeereshöhe, dem Luftdruck und der Menge der gelösten Stoffe ist (siehe dort) und die oben angegebenen Wassertemperaturen mitunter untereinander nicht vergleichbar sind. Beim Aufstieg an die Erdoberfläche werden meist verschiedene Gase, wie beispielsweise Schwefel-Gase oder Kohlendioxid, freigesetzt.

Das Gebiet mit der weltweit größten Konzentration von heißen Quellen an Land ist das obere Geysir-Becken im Yellowstone-Nationalpark (USA). 62 % sämtlicher heißen Quellen (mit Ausnahme der Ozeane) befinden sich dort. Das ausgedehnteste System von Thermalquellen existiert am Grund der Ozeane in denMittelozeanischen Rücken. Island als Teil des Mittelozeanischen Rückens ist ebenfalls bekannt für seine vielen heißen Quellen.

Der Quellaustritt von Mineralwässern erfolgt in einer Spalte des umgebenden Gesteins oder an der Oberseite einer wasserundurchlässigen Schicht im Gestein. In der letzteren Situation können mehrere Mineralquellen nebeneinander auftreten. Deren Austrittsebene wird alsQuellhorizont bezeichnet. Voraussetzung für eine Mineralquelle ist, dass das Wasser eine signifikante Menge gelöster Minerale enthält. Diese können aus dem unmittelbar umgebenden Gestein stammen oder wurden über größere Distanzen im Wasser bis zum Austrittsort transportiert.

Mineralquellen sind natürliche oder durch Menschen geschaffene Austrittsorte von mineralhaltigen Wässern in der Natur. Sie können im ursprünglichen Zustand auftreten oder wurden zum Zwecke ihrer Nutzung durch bauliche Voraussetzungen gefasst. Manche Mineralquellen sind dem Publikumsverkehr zugänglich, andere sind in betriebliche Abläufe eines Mineralwasserbetriebes oder Kurbades eingebunden.

Im Allgemeinen gilt in Deutschland die für die gewerbliche Nutzung solcher Wässer festgelegte Definition der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung von 1984. Dies bedeutet, das austretende Grundwasser muss mindestens 1000 mg an gelösten Stoffen oder 250 mg Kohlenstoffdioxid pro Kilogramm Wasser enthalten.In Österreich wird die Frage durch die Quellwasser- und Mineralwasser-Verordnung von 1999 im Rahmen eines staatlichen Anerkennungsverfahrens geregelt. In der Schweiz beruht die Definition nicht auf bestimmten Gehalten an natürlichen gelösten Mineralen. Hier ist nach der Lebensmittel-Verordnung (Art. 279) natürliches Mineralwasser... mikrobiologisch einwandfreies Wasser, das aus einer oder mehreren natürlichen Quellen oder aus künstlich erschlossenen unterirdischen Wasservorkommen besonders sorgfältig gewonnen wird.[6]

Auf Grund der hohen Gehalte an gelösten Mineralstoffen spricht man solchen Quellen eine „heilende“ Wirkung zu. Sie werden zu Trink- und Badekuren genutzt.